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Mach es dir selbst -Selbstbefriedigung

Frau-genießt-Selbstbefriedigung-im-Sonnenlicht

Menschen jeden Alters, Geschlechts und jeder sexuellen Orientierung können es und tun es auch. Laut Umfragen masturbieren rund 90 Prozent der Menschen. Dennoch wird Selbstbefriedigung, auch Solo-Sex genannt, immer noch wie ein Tabu behandelt. Dabei macht sie so viel Spaß und man kann so viel über die eigene Lust und den eigenen Körper lernen. Selbstbefriedigung hat viele positive Effekte – unabhängig davon, ob man in einer Beziehung ist oder single. Natürlich kann und sollte der gesamte Körper zur Lustgewinnung mit einbezogen werden. Wir fokussieren hier mal die Stimulation der Genitalregionen.

Wie funktioniert Selbstbefriedigung mit Vulva und Klitoris/bei Frauen*?

Sich selbst zu verwöhnen, ist keine große Wissenschaft, braucht aber etwas Neugierde. Wichtig ist, in Stimmung zu sein, sich die Zeit und Ruhe dafür zu nehmen – und etwas Neugierde alle Stellen des Körpers zu erkunden.

Um zum Orgasmus zu kommen, stimulieren viele Menschen ihre Vulva oder Klitoris mit den Fingern und bestimmen dabei die Geschwindigkeit, den Druck und die Art der Reibung selbst. Auch Sexspielzeuge wie Dildos oder Vibratoren kommen oft zum Einsatz. Manche bevorzugen die Stimulation durch Wasserstrahlen des Duschkopfs oder reiten auf einem zusammengerollten Handtuch.

Versuch auch gerne andere Körperregionen, wie zum Beispiel deine Brüste oder Schenkel durch Streicheln und Kneten einzubeziehen, wenn du Lust darauf hast. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wie funktioniert Selbstbefriedigung mit Penis/beim Mann*?

Selbstbefriedigung bei Menschen mit Penis ist in erster Linie reine Handarbeit. Bei manchen reicht bereits das bloße Streicheln des Penis, um für erfüllende Erregung zu sorgen. Klassischerweise aber wird die Vorhaut oder die Hand über die Eichel bewegt – was umgangssprachlich mal als wichsen, rubbeln oder „sich einen runterholen“ bezeichnet wird. Weil sich an der Eichel die Nervenenden befinden, kann an dieser Stelle ein besonders großes Lustempfinden erzielt werden. Sexspielzeuge werden hier seltener eingesetzt, je nach Vorlieben gibt es auf dem Markt (sogenannte Masturbatoren (die in sämtlichen Formen von Körperöffnungen verfügbar sind)) oder Dildos für diejenigen, die anale Stimulation bevorzugen. Und manchen gelingt es sogar, sich selbst oral zu befriedigen. Auch wenn dies eine akrobatische Übung ist, die nur wenigen und besonders gelenkigen Menschen gelingt, versuchen das im Laufe ihres Lebens dann doch mehr Menschen, als man vermuten möchte. Eines Hilfsmittels bedienen jedoch sich Menschen jeglichen Geschlechts bzw. jeglicher sexuellen Identität gleichermaßen: der visuellen Stimulation – seien es erotische Fantasien im eigenen Kopfkino oder pornografisches Bild- und Filmmaterial.

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Wie gesund ist Masturbation?

Die Onanie oder auch Solo-Sex hat gleich mehrere positive körperliche Effekte. Sie treibt beispielsweise die Produktion von Sexualhormonen an: Der Körper produziert mehr Östrogen bzw. Testosteron. Die beim Orgasmus ausgeschütteten Glückshormone Endorphin und Oxytocin wiederum machen ausgeglichen und friedfertig. Zudem wird durch die Selbstbefriedigung Stress abgebaut, sie hilft den Körper und Geist zu entspannen, den Kreislauf zu aktivieren und die Beckenbodenmuskeln zu stärken. Letzteres verbessert nicht nur die Orgasmusfähigkeit, sondern beugt auch Harninkontinenz vor. Selbstbefriedigung ist außerdem auch ein natürliches Schmerzmittel, das dazu beitragen kann Kopfschmerzen und Krämpfe zu lindern, etwa bei Periodenbeschwerden.

Und wie sieht es mit negativen Nebenwirkungen aus? 

Körperliche Risiken sind nicht bekannt. Wenn Sexspielzeuge mit anderen Menschen geteilt werden, sollte man allerdings darauf achten, dass diese stets sauber gehalten werden, um eine Weitergabe von (Darm-)bakterien, Parasiten oder sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhoe zu verhindern. Über Dildos und Vibratoren kann man auch ein Kondom ziehen und so das Infektionsrisiko reduzieren. Wer aufgrund der Selbstbefriedigung Scham oder Schuld empfindet, könnte durch diese negativen Gefühle Schaden an seiner seelischen Gesundheit nehmen. Hier kann ein Gespräch mit guten Freund*innen, Sexualtherapeut*innen, -berater*innen oder auch Ärzt*innen hilfreich sein.

Wie wichtig ist die Onanie für ein erfülltes Sexleben?

Solo-Sex ist eine gute Möglichkeit, den eigenen Körper – ohne Leistungsdruck und ohne die Erwartungen eines Partners oder einer Partner*in – kennenzulernen: Was gefällt mir? Wie kann Solo-Sex sich für mich gut anfühlen? Was erregt mich? Wie reagiere ich auf bestimmte Reize? Wie kann ich einen Orgasmus hinauszögern bzw. überhaupt zu einem Höhepunkt gelangen?

Einen vaginalen Orgasmus erreichen viele zum Beispiel viel besser durch Masturbation, da bei der Penetration die Klitoris deutlich weniger stimuliert wird. Solche Erfahrungen und Kenntnisse lassen sich dann beim Sex mit anderen einbringen und können so für alle Beteiligten zu mehr Spaß und größerer Befriedigung führen.

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Ist Selbstbefriedigung nur Sexersatz für Singles?

Masturbation ist ein fantastischer Teil unserer Sexualität – ganz gleich, ob wir uns gerade in einer sexuellen Beziehung befinden oder nicht. Dass Menschen in einer Partnerschaft alleine oder vielleicht sogar zusammen masturbieren, muss keineswegs bedeuten, dass mit der Beziehung etwas nicht in Ordnung ist. Im Gegenteil: Onanie kann den Sex mit dem Partner bzw. der Partner*in emotional wie physisch sogar verbessern. Die Aufmerksamkeit gilt dabei ganz allein dem eigenen Empfinden. Beim Sex mit einem Partner bzw. einer Partner*in hingegen geht es darum, sich aufeinander einzulassen und sich wechselseitig oder zusammen zu verwöhnen. Daher dauert es in der Regel auch länger zum Orgasmus zu kommen, als bei der Selbstbefriedigung. Sie ist daher nicht als Ersatz für den Sex mit jemandem anderen zu sehen, sondern vielmehr als Ergänzung zum eigenen sexuellen Repertoire.

Die Märchenstunde: Macht Selbstbefriedigung unfruchtbar und killt die Libido?

Um Kinder und Jugendliche von der Selbstbefriedigung abzuhalten, wurden über die Jahrhunderte schlimmste Drohkulissen heraufbeschworen. Doch all diese Warnungen sind
Märchen. Die „Selbstbefleckung“ verursacht keineswegs  Rückenmarktschwund und führt auch nicht dazu, dass sie in Erwachsenenalter deshalb all ihren Spermavorrat verbraucht und deshalb nicht mehr zeugungsfähig sind. Und nein, wenn Frauen sich selbst befriedigen, werden sie deshalb weder frigide, noch hat es Auswirkungen auf ihre Gebärfähigkeit. Auch eine möglicherweise schwindende oder schwache Libido hat nicht zu tun mit den Masturbationsgewohnheiten.


Kann Onanie zur Sucht werden?

Es gibt keinen festen Maßstab dafür, wie viel Mal pro Woche noch gesund oder bereits ein Suchtverhalten ist. Heranwachsende tun es sicherlich häufiger als Menschen im vorangeschrittenen Alter, doch niemand hält sie davon ab, sich weiterhin regelmäßig mit sich selbst zu vergnügen.
Wichtig ist, dass Selbst-Sex nicht zum Leistungssport wird, sondern tatsächlich die Lust im Vordergrund steht. Wer sich selbst unter Druck setzt, wird wenig Freude daran haben und deshalb auch die positiven Wirkungen nicht in dem Maße erleben, wie man sie sich erwünscht.
Solange die Selbstbefriedigung nicht den Tagesablauf bestimmt und andere Lebensbereiche (etwa die Berufstätigkeit und soziale Beziehungen) vernachlässigt werden, muss sich niemand Sorgen machen.

Wenn dir deine eigenen Selbstbefriedigungsgewohnheiten jedoch Sorge bereiten, du unsicher bist oder die Onanie zum Beispiel zwanghafte Züge annimmt, kannst du getrost eine Beratungsstelle in deiner Region oder auch online kontaktieren.

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Verfasser: Axel Schock

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